Die Kunst, eine Rennstrecke zu komponieren

Hermann Tilke im Gespräch mit MotoSports24
Hermann Tilke im Gespräch mit MotoSports24 (© Tilke)

An ihm und seinem Büro kommt man kaum vorbei, wenn es um das Thema Rennstreckenbau geht. Hermann Tilke ist so etwas wie der „ Papst der Rennpisten der Welt“. Wann immer ein neues Projekt ins Leben gerufen wird, der Aachener Bauingenieur ist meist involviert. Im Gespräch mit MotoSports24 spricht Tilke über die Entstehung einer Strecke, die großen Herausforderungen der Zeit und warum Baukunst auch viel mit Musik zu tun hat.

 

MotoSports24: Wie sieht eigentlich die perfekte Rennstrecke aus?

 

Hermann Tilke: Das ist eine komplizierte Frage. Ich weiß gar nicht, ob es die überhaupt gibt. Es gibt interessante und weniger interessante Rennstrecken. Aber man muss ganz klar unterscheiden: Einmal-Strecken für Fahrer, die denen einfach Spaß machen. Aber auch spannende Strecken, die sehr viel interessanter sind, um dort ein Rennen zu fahren. Mit Überholmöglichkeiten, die ein fantastische Rennen bieten. Das ist manchmal schwierig, das alles unter einen Hut zu bekommen.

 

Wie kommt man auf die Idee, Rennstrecken zu bauen?

 

Tja, gute Frage. Es war eigentlich gar keine Idee. Ich bin seit meinem 18. Lebensjahr Rennen gefahren. Dann habe ich studiert, bin weiter Rennen gefahren. Zuerst habe ich in einem Büro gearbeitet, bevor ich mich selbständig gemacht habe. Dann habe ich als gelernter Bauingenieur eigentlich ganz andere Dinge gemacht und geplant. Dann kam die Idee, dass ich auch gerne etwas an Rennstrecken machen wollte - ich war ja nun selbst darauf unterwegs. Und so habe ich über Jahre hinweg am Nürburgring hier und da die ersten kleinen Veränderungen vorgenommen. Dazu kam auch schnell Peter Wahl mit ins Geschäft (Anmerkung der Redaktion: Wahl ist Architekt und Partner von Hermann Tilke). Startend vom Nürburgring aus haben wir dann auch an anderen Rennstrecken etwas gemacht. Urplötzlich galten wir als Experten. Die erste Strecke, die wir komplett erstellt haben, war dann die „Race of Champions“ am Nürburgring. Von dort aus ging es dann weiter zum Österreichring als Formel 1 Strecke und gleichzeitig dem Sachsenring als Motorradstrecke.

Ein Bild vom Sachsenring aus älteren Zeiten. Das Tilke Büro war am Bau beteiligt.
Ein Bild vom Sachsenring aus älteren Zeiten. Das Tilke Büro war am Bau beteiligt (© Tilke)

Gibt es außer Ihnen auch noch jemanden der Rennstrecken baut oder haben Sie da ein Alleinstellungsmerkmal?

 

Also ich sage mal so: Wir haben einen gewissen Erfahrungsvorsprung anderen gegenüber. Wir haben jetzt mehr als 65 Rennstrecken gebaut oder umgebaut - für die verschiedensten Kategorien, egal ob für Auto, Motorrad oder auch Clubrennstrecken. So machen sich unsere Kunden heute natürlich unsere Erfahrung zu nutze.

 

Mit welchen Ideen und Anforderungen gehen Sie an den Bau einer neuen Rennstrecke heran? Gibt es wirklich das berühmte weiße Blatt zu Beginn?

 

Das Blatt ist leider – oder auch zum Glück – nie weiß. Man hat ja immer Grundstückgrenzen, die einem in gewisser weise etwas vorgeben. Egal ob länglich, quadratisch, kleiner oder größer. Dann haben wir natürlich eine bestimmte Topographie, die wir dort vorfinden. Dazu viele weitere Komponenten die wir berücksichtigen müssen, wie Hauptwindrichtung und Wetterdaten. Es gibt auch manchmal auf den Grundstücken Nester von schlechten Grundverhältnissen, wo man nicht drüber fahren sollte, weil es so ein Projekt sehr teuer machen würde. Und dann ist das Blatt nicht mehr weiß, wenn man das alles gesammelt hat. Zu Beginn helfen wir uns schon mal damit, dass wir uns riesengroße Modelle bauen von den ganzen Hügeln und Bergen die dort in der Landschaft sind. Und dann mit Wollfäden die ersten Streckenlinien da rein legen. Man muss ja so ein Grundstück richtig verstehen. So haben wir es beispielsweise in Istanbul gemacht. Das war ein schwieriges Gelände. Doch ich finde, das ist uns gut gelungen, weil es die Topographie dort sehr gut mitnimmt.

 

Die äußeren Bedingungen sind ja das eine bei der Planung. Gibt es denn vom Auftraggeber, der das gebaut haben möchte, auch manchmal verrückten Ideen oder Wünsche im Vorfeld die Ihnen zugetragen werden wo sie dann auch sagen, das kann man jetzt so eigentlich nicht realisieren?

 

Ja, sicher. Es gibt ja die verschiedensten Bauherren für uns. Es gibt Bauherren, die gar nicht wissen wie das alles funktioniert. Und dann gibt es natürlich auch Leute, gerade bei bestehenden Strecken, die dann sehr genau wissen, was sie wollen. Die dann auch ein fundiertes Wissen haben, dass sie sich über all die Jahre angeeignet haben. Und dann gibt es natürlich auch die Forderungen an uns, wir wollen etwas ganz fantastisches haben und uns mit einer Formel 1 oder MotoGP Strecke der Welt darstellen. Die Zahlen viel Geld dafür, denn diejenigen haben ja einen konkreten Zweck damit vor. Und wir wollen, das beispielsweise die Welt erkennt: Das ist Malaysia. Oder das ist jetzt China. Das man einen unverwechselbaren Charakter der Architektur, des Streckenbildes und Entsprechendes mehr hat. Das ist das Eine. Aber das geht natürlich bis hin zu Kunden die sagen: Wir möchten gerne eine Rennstrecke, aber möglichst, möglichst, günstig. Das ist dann ja auch eine Herausforderung.

Die spektakuläre Strecke in Austin - eines der Highlights der Rennstrecken auf der Welt
Die spektakuläre Strecke in Austin - eines der Highlights der Rennstrecken auf der Welt. (© Tilke)

Gibt es gelegentlich auch im Vorfeld eine Befragung von Fahrern, wenn es eine Strecke für eine bestimmte Rennserie werden soll, die in eine Streckenführung mit einfließen können?

 

Ja, wir sprechen mit Sportlern, also mit Rennfahrer aus den verschiedenen Kategorien. Aber es ist schwierig, mit einem weißen Blatt Papier darüber zu diskutieren. Wir machen zuerst einmal unsere Vorschläge, dann diskutieren wir das Thema mit Fahrern, die dann wieder einige Ideen mit einbringen, was vielleicht gut wäre. Manchmal kann man die Ideen gar nicht umsetzen, manchmal doch und manchmal ist es sehr hilfreich, die Meinung im Vorfeld schon zu hören. Und was wir auch tun – das ist sehr wichtig – im Nachhinein mit den Fahrern sprechen, so dass wir ein Feedback mit Hinweisen erhalten, die man wieder beim nächsten Projekt mit umsetzen kann.

 

Wie haben sich die Ansprüche an den Streckenbau in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert. Ist das sehr viel anders geworden?

 

Ja. Also, einerseits spielt das Thema Sicherheit eine immer größere Rolle – bei Motorrädern und bei Autos. Ich würde mal sagen, bei den Motorrädern noch eine Stufe mehr als bei Autos, was ja auch verständlich ist. Denn beim Zweirad fehlt ja nun einmal die Knautschzone und selbst wenn er sich „nur“ etwas bricht. Das möchte ja kein Fahrer, denn möglicherweise ist damit die Saison beendet. Beim Auto ist es eben doch etwas anderes. Da hat man das im schlimmsten Fall demoliert – was ja nicht schön ist – aber eben nicht sich selbst. Sicherheit ist somit ein großes Thema in den letzten Jahren gewesen und ist es bis heute. Der Motorsport wird aber auch immer „optimaler“. Sprich: Strecke, passive und aktive Sicherheiten werden immer besser. Aber es wird nie die 100prozentige Sicherheit geben. Unser Job ist es, möglichst nah an diese 100 Prozent zu kommen.

 

Wie wichtig ist dann das „Drumherum“ neben der eigentlichen Rennpiste?

 

Wenn es um eine Zuschauerstrecke geht, dann ist das sehr wichtig. Wir müssen beispielsweise darauf achten, dass die Zuschauer möglichst reibungslos ankommen und genauso auch wieder von dort weg kommen. Es möchte dort niemand drei Stunden im Stau stehen. Manchmal lässt es sich nicht anders regeln, beispielsweise bei bestehenden Strecken, die im Laufe der Jahre entsprechend gewachsen sind. Dann will der Zuschauer natürlich spannende Rennen sehen, auch das muss also in unserem Job berücksichtigt werden.

Auch private Strecken wie in Bilsterburg gehören zum Portfolio von Hermann Tilke.
Auch private Strecken wie in Bilsterburg gehören zum Portfolio von Hermann Tilke. (© Tilke)

Von all den Strecken, die Sie in den letzten Jahren geplant und umgesetzt haben, gab es da irgendeinen Auftrag, wo Sie sagen würden, das war jetzt für uns das interessanteste und anspruchsvollste Projekt?

 

Oh, das kann ich eigentlich nicht sagen. Denn wir leben mit jedem Projekt. Mein Partner, ich und auch die vielen Ingenieure und Architekten die daran arbeiten. Wir leben und leiden ja da alle mit. Und wenn es um ein neues Projekt geht, teilweise fünf Jahre. Man ist ja von der Planung bis zur Fertigstellung damit beschäftigt. Somit hat man Erlebnisse damit. Es wächst ein regelrechtes Verhältnis zu so einer Strecke. Ob es eine rein funktionale Strecke ist oder eine, die groß nach außen wirken soll, das spielt dabei gar keine Rolle.

 

Was ist für Sie spannender: Eine komplett neue Strecke irgendwo auf der Welt zu Konstruieren oder eher eine Traditionsstrecke durch ein „Facelift“ den Anforderungen von heute anzupassen?

 

Das ist beides wirklich interessant. Wir versuchen bei einer bestehenden Strecke den Charakter nicht zu verderben. Jede Strecke hat eine Historie. Da ist viel passiert über die Jahre. Es gab dramatische Rennen, tolle Überholmanöver oder was auch immer. Wir versuchen die Strecke also zu modernisieren, aber so, dass sie noch einen Wiedererkennungswert hat. Manchmal holen wir sogar den alten Charakter der Strecke wieder zurück. Wie Fuji in Japan, um einmal eine Strecke zu nennen. Da haben wir die ganzen Schikanen, die im Laufe der Jahre gebaut worden sind, abgebaut, um die Strecke wieder fahrbar zu machen. Die ursprünglichen Kurven wurden wieder reaktiviert. Das ist die Herausforderung, die Strecke nicht kaputt zu machen. Manchmal geht es natürlich auch nicht, da wird der Charakter eben geändert, weil es eben äußere Bedingungen gibt, die wir nicht umstoßen können. Aber wenn es geht, versuchen wir den Charakter so zu behalten wie er war. Wo es meiner Meinung nach gut gelungen ist, ist in Estoril, Portugal. Die haben wir umgebaut und es haben viele gar nicht gemerkt, dass sie umgebaut worden ist. Das war jetzt natürlich etwas überspitz formuliert. Aber was ist damit sagen will ist: Hier wurde der Charakter komplett erhalten. Das ist das Ziel, wenn es gar keiner merkt.

 

Wohin geht für Sie der Trend: Eher universell einsetzbare Strecken für möglich viele Rennserien oder eher spezielle Strecken für einzelne Serien?

 

Leider gibt es den Trend zu universell nutzbaren Strecken. Jeder möchte gerne die eierlegende Wollmilchsau haben, die alles kann, möglichst noch Konzerte und ganz andere Dinge. Was man auf der einen Seite auch verstehen kann. Aber, wenn wir eine Strecke beispielsweise rein für Motorräder bauen können, dann ist das natürlich viel weniger kompromissbelastet, als wenn das eine Strecke ist, die für Motorräder und Autos konstruiert wird. Das führt leider dazu, dass die Strecke von ihrer Art ziemlich verwässert wird. Die meisten unserer Kunden wollen bei den permanenten Rennstrecken aber – verständlicherweise – eine Wirtschaftlichkeit haben, dass da möglichst alles drauf fahren können. Schön wäre es natürlich wenn wir sagen könnten, wir bauen hier eine Motorradrennstrecke und dort eine für Autos. Und dann noch mal unterschieden hier bauen wir eine für Formel 1 und da bauen wir noch mal eine für Tourenwagen. Umso spezieller die Strecken werden, umso besser kann man dem auch Rechnung tragen, was die einzelnen Kategorien wollen und interessant macht.

Das erste Projekt: Der Umbau am Nürburgring.
Das erste Projekt: Der Umbau am Nürburgring. (© Tilke)

Wenn sie jetzt eine reine Zweiradstrecke bauen würden, was würde denn eine reine Motorradstrecke charakterisieren?

 

Mehr rundere Kurven, mehr flüssig. Formel 1 braucht einfach auch mal die lange Gerade mit der Ecke dahinter, damit überholt werden kann. Aber sie braucht auch harte Bremspunkte. Motorradfahrer ist mehr smooth, von einer Kurve in die andere. Wobei es natürlich auch Abschnitte gibt, die für beide gut sind, beispielsweise wie in Austin. Da ist es mit dem Geschlängel so, dass es ein Teil ist, den sowohl Autos wie Motorräder lieben. Von der Gesamtkonstruktion ist eine Motorradstrecke also viel runder.

 

Verfolgen Sie auch Motorradrennen, vor allem die Königsklasse MotoGP?

 

Ja klar, zum Saisonstart in Katar war ich mit dabei. Ich versuche auch immer, wenigstens dreimal im Jahr live vor Ort zu sein. Dann schaue ich es mir auch gerne im Fernsehen an, wenn es nicht gerade Überschneidungen mit der Formel 1 gibt. Ansonsten schaue ich das gerne, sehr gerne.

 

Gibt es auch bestimmte Fahrer, die Ihnen in der MotoGP besonders imponieren?

 

Also Valentino Rossi sicherlich. Ich meine, er ist ja jetzt auch schon etwas älter. Ich finde es aber grandios, wie der das noch meistert. Er ist halt immer noch ein Star für mich.

 

Sie haben ja in den letzten Jahren sehr viele Pisten auf der ganzen Welt entworfen. Droht dann nicht die Gefahr, dass die Strecken sich immer ähnlicher werden?

 

Das glaube ich nicht. Schauen sie sich die Strecken an, wie verschiedenartig sie sind. Klar man hat mir auch schon den Vorwurf gemacht, da seien immer eine lange Gerade und eine scharfe Kurve dahinter. Stimmt. Aber das ist einfach ein Erfordernis, vor allem wenn es um die Formel 1 geht. Aber es gibt auch viele Beispiele die wir gebaut haben, die ganz, ganz anders aussehen. Es ist natürlich klar, dass man bei einer Planung sich nach der höchsten Kategorie richtet. Ich vergleiche das immer mit einem Musiker. Jede Note wurde ja schon einmal gespielt und trotzdem ist jedes Stück neu. Und so ist es auch bei uns. Jede Kurve ist schon einmal gebaut worden. Und trotzdem ist es – wie beim Musiker – immer wieder anders komponiert.

 

Wenn dann eine Strecke fertig ist, wie aufgeregt ist man dann als „Schöpfer“ vor der Einweihung?

 

Sehr, ganz klar. Aber nicht nur ich sondern alle, die an einem solchen Projekt mitgearbeitet haben. Das sind ja auch sehr viele Leute hier bei uns im Büro. Man ist dann schon sehr aufgeregt, dass auch alles funktioniert. Es ist ja ein Prototyp. Aber im Gegensatz zur Autoindustrie haben wir keine Entwicklungsphase mehr sondern gehen direkt ins Geschehen. Das ist von 0 auf 100 in einem Tag. Die Strecke wird fertig und gleich am nächsten Tag fährt beispielsweise der erste Motorrad Grand Prix. Das macht es schon sehr aufregend. Und da schläft man dann ein paar Mal nicht so richtig.

Das nächste große Projekt: Die neue Strecke in Mexiko.
Das nächste große Projekt: Die neue Strecke in Mexiko. (©Tilke)

Sind Sie bei der Premiere auf einer Strecke mit dabei. Auf was achten Sie dann dort besonders?

 

Da bin ich so gut wie immer mit dabei. Wenn dann das erste Auto oder Motorrad die ersten Runden auf der Strecke hinter sich hat, dann geht die Nervosität so langsam ein bisschen runter. Das ist dann schon eine etwas beruhigende Sache nach dem Motto „jetzt läuft es irgendwie“ (lacht).

 

Wann ist man dann mit seiner Arbeit zufrieden?

 

Also, ich rede dann nach den ersten Runden mit den Fahrern. Allerdings habe ich mir abgewöhnt, mich nach dem ersten Training mit ihnen zu unterhalten. In der Regel erst nach dem Zweiten. Die Aussagen sind nämlich dann ganz am Anfang noch nicht so ganz fundiert. Zu Beginn ist so eine Strecke ja meist nicht ganz sauber und die Fahrer müssen die Strecke ja auch erst besser kennenlernen. Es ist einfach für alle alles neu. Auch wenn wir hier von Toppiloten sprechen die hier fahren: Auch die haben eine gewisse Anlaufzeit. Die ersten Worte über die Strecke will ich gar nicht hören, da verziehe ich mich eher. Aber nach dem zweiten Training, da möchte ich dann aber hören, was die Leute über den Kurs sagen.

 

Und dann werden Sie mit Lob überschüttet?

 

Nee, nicht immer (lacht). Also Lob, ich meine, Detailkritik gibt es schon immer. Ganz einfach, der Kerbs ist zu kurz. Also kleine Details. Oder da ist die Querneigung ein bisschen zu viel oder wenig. Klar, das gibt es natürlich auch.

 

An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?

 

Im November 2015 wird die Formel 1 nach Mexiko zurückkehren. Auf die Rennstrecke, auf welcher vor 23 Jahren das letzte Rennen in Mexiko stattgefunden hat. Daher wird aktuell der Autodromo Hermanos Rodriguez auf den Standard des 21. Jahrhunderts gebracht. Des Weiteren arbeiten wir gerade an Baku für die Formel 1 im nächsten Jahr.

 

Jetzt gibt es ja so unendlich viele Rennstrecken auf der Welt, besteht da überhaupt noch Bedarf? Oder anders gefragt, ist die Nachfrage nach Rennstrecken nach wie vor hoch?

 

Die Nachfrage an nicht Formel 1 Strecken ist ziemlich hoch. Auch an Clubstrecken. Wissen sie es gibt einfach viele die sich dafür begeistern, mit einem Motorrad oder einem Auto um eine Rennstrecke zu fahren. Und das werden immer mehr. Ich kenne Leute die erst mit 50 angefangen haben sich in einen Rennwagen zu setzen, die einfach plötzlich Spaß daran haben.

 

Hatten Sie denn tatsächlich auch schon einmal einen Fall, dass irgendein finanziell gut aufgestellter Privatmann sagte, Mensch Tilke, jetzt bau mir doch mal eine Strecke. Ich hab hier Platz, mach mal.

 

Ja, das gab es in Russland, aber auch jetzt in Thailand. Die Strecke, auf der jetzt 2015 zum ersten Mal die World Superbike gefahren ist (in Buriram d. Red.). Das ist so ein positiv Verrückter. Der wollte so etwas unbedingt haben. Die Strecke ist jetzt zwar nicht supergroß, aber ich denke am Ende waren alle ziemlich zufrieden. Und er freut sich daran. Das ist einfach ein Motorradfreak.

 

Haben Sie irgendwo auf der Welt eine Rennstrecke, die Sie ganz besonders mögen? Es muss ja nicht zwangsläufig eine sein, die sie selbst gebaut haben.

 

Ja, klar. Die Nordschleife am Nürburgring. Da war ich noch gar nicht geboren, als die gebaut wurde. Aber das ist schon ein Stück Ingenieurskunst und als Rennstrecke Outstanding.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Tilke.

  (Das Gespräch führte Markus Kahl)

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