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Die MotoGP Saison 2015 in Bildern - Le Mans und Mugello

(Fotos: © Ajo Motorsport, Dorna, Ducati, Forward Racing Team, Movistar Yamaha MotoGP Team, Repsol Honda MotoGP Team, Gresini Moto3 Team, Estrella Galicia 0,0 MarcVDS Moto2 Team, Pramac Racing)

Er war „nur“ der Mann für die Stunden zuvor: Marc Marquez als Trainingsweltmeister. Die Trainings und das Qualifying dominiert der Honda Pilot. Doch ein Trainingssieger ist nicht automatisch der Gewinner des Rennens. Der heißt in Le Mans nämlich Jorge Lorenzo. Trotz seines dritten Startplatzes übernimmt Lorenzo von Beginn an die Führung und gibt diese bis zum Ende nicht mehr aus den Händen. Sein Vorsprung beträgt knappe vier Sekunden im Ziel auf den Zweiten Valentino Rossi. Der kann Lorenzo zwar im Rennen folgen, aber nie den Abstand auf ein erträgliches Maaß reduzieren, um am Spanier wirklich vorbei gehen zu können. Somit wird es ein ziemlich souveräner Sieg von Lorenzo vor eben Rossi und Andrea Dovizioso, der nach einer kurzen Schwächeperiode in Jerez wieder den Weg zurück aufs Podium findet.

 

Und wo landet Trainingsmeister Marc Marquez? Der reibt sich nach einem Fahrfehler zu Beginn im Verfolgerfeld mit Andrea Iannone und Bradley Smith auf, wird am Ende ordentlicher Vierter. Aber schon nach fünf Rennen kann man die Bilanz ziehen: 2015 scheint sportlich nicht das Jahr von Marquez zu werden. Unter die Rubrik „läuft nicht“ kann man auch den Saisonauftakt von Stefan Bradl einbuchen. In Le Mans steht bereits der zweite Ausfall im fünften Rennen in den Büchern, dazu vier der fünf Rennen ohne Punktgewinn. Der Deutsche lässt nach dem Rennen Frust ab, schimpft über die Unfahrbarkeit seiner Maschine. Insbesondere die Elektronik bereit dem Deutschen großes Kopfzerbrechen.

 

In der Moto2 ist Le Mans wieder einmal Tom Lüthi Land. Der Schweizer gewinnt bereits zum zweiten Mal in Le Mans – erstmals 2012. Er siegt vor Tito Rabat und dem Franzosen Johann Zarco. Bester Deutscher Fahrer wird Marcel Schrötter auf Rang 13. Ihm folgen Sandro Cortese (14) und Florian Alt (23). Jonas Folger muss seine Maschine vorzeitig abstellen und erreicht nicht das Ziel.

 

Ein wieder einmal extrem enges Rennen liefern sich die Piloten in der Moto3. Sieger Romano Fenati, der Zweitplatzierte Enea Bastianini, der Dritte Francesco Bagnaia sowie Danny Kent auf Rang vier liegen innerhalb von 0,7 Sekunden im Ziel. Philipp Oettl fährt sich sehr ordentliche sechs Punkte auf dem zehnten Rang aufs Punktekonto.


(Fotos: www.gp-photo.de, Ronny Lekl)

Für die italienischen Momente im Leben kommt das Rennen in Mugello gerade recht. Ein Italiener auf Pole Position – was soll da noch schief gehen. Gut, es ist nicht Valentino Rossi, sondern ein gewisser Andrea Iannone. Aber hey: Der ist doch Ducati Pilot. Und ich finde, italienischer Fahrer und italienisches Bike passen bei einem italienischen Rennen ganz gut zusammen.

 

Doch eigentlich bejubelt das Publikum seinen Vale, der trotz einem dritten Platz wie der Sieger gefeiert wird. Der übliche Sturm der Strecke erfolgt nach dem Rennen, während der Rest der Tribünen im gelben Fahnenmeer versinkt. Den Applaus für den Sieger erhält bei diesem Rennen wieder einmal Jorge Lorenzo, der damit das Kunststück vollbringt, drei Rennen hintereinander zu gewinnen. Mit einer unglaublichen Konstanz fährt er dieses Rennen runter, siegt mit über sechs Sekunden Vorsprung vor Andrea Iannone und Valentino Rossi.

 

Für den anderen Ducati Piloten, Andrea Dovizioso, läuft es dagegen nicht so gut wie in den Rennen zuvor. Ein gebrochenes Kettenrad vernichtet sein Rennen. Aber es gibt eine Menge andere prominente Namen, die ebenfalls das Rennen nicht beenden können. Marc Marquez stürzt, genauso wie Cal Crutchlow. Und auch Stefan Bradl sieht wieder nicht die Zielflagge. Eine Seuchensaison nimmt in Mugello für den Bayern weiter seinen Lauf.

 

In der Moto2 feiert der Sieger ein kleines Comeback. Denn Tito Rabat war 2015 bis Mugello noch nicht auf Platz eins zu finden. Der Weltmeister von 2014 holt also seinen ersten Saisonsieg, gewinnt vor Johann Zarco und einem weiteren Comebacker: Dominique Aegerter. Der Schweizer musste jedoch wesentlich länger als Rabat auf einen Besuch auf dem Treppchen warten. Seit Indianapolis 2014 war dies Aegerter nicht mehr gelungen. Bester Deutscher Fahrer wird Sandro Cortese auf Platz acht. Ihm folgen Marcel Schrötter (16) und Florian Alt (24). Jonas Folger scheidet vorzeitig aus.

 

Ist das noch als eng zu bezeichnen oder wie soll man es nennen, wenn die ersten sechs Fahrer in der Moto3 nicht einmal 0,4 Sekunden Abstand haben? Einfach unglaublich, mit welcher Spannung in diese Serie immer und immer wieder gesegnet ist. Miguel Oliveira gelingt auf italienischem Boden seine Siegpremiere. Zum ersten Mal in seiner Moto3 Karriere gewinnt er ein Rennen. Es sind wirklich bewegende Momente mit ihm auf dem Siegertreppchen. Mit Tränen in den Augen singt er voller Inbrunst die portugiesische Nationalhymne mit und knutscht den Siegerpokal ab. Gänsehautmomente sind das, die keinen kalt lassen. Nach Oliveira fahren Danny Kent und Romano Fenati über die Ziellinie und komplettieren so die Plätze auf dem Podium. Philipp Oettl verpasst die Punkteränge auf Platz 22 in Mugello deutlich.

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