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Das Dynavolt IntactGP Team stellt sich für 2017 vor

Marcel Schrötter und Sandro Cortese stellen sich und ihr IntactGP Team offiziell für 2017 vor.
Marcel Schrötter und Sandro Cortese stellen sich und ihr IntactGP Team offiziell für 2017 vor. (© Markus Kahl)

Das hatte schon Charme. Große Party in einem Fabrikgebäude. Zwischen tausenden von Akkus feierte das einzige deutsche Moto 2 Team Dynavolt IntactGP seine Premiere für 2017. Die ersten Testkilometer sind in diesem Jahr zwar schon absolviert, doch ganz „offiziell“ war das alles noch nicht. Das ist ab sofort anders, denn Team und Fahrer stellten sich nun der Öffentlichkeit vor. Die zwei wichtigsten Neuheiten: Der technische Wechsel von Kalex zu Suter und ein neuer Fahrer. Marcel Schrötter ersetzt Jonas Folger.

 

Alles neu macht der Mai – oder so. Im Fall der Motorrad Weltmeisterschaft tickt die Frühlings- und Premierenuhr allerdings ganz anders. Denn hier sind es Februar und März einen jeden Jahres, die die Fans voller Vorfreude erwarten.

 

Ich finde das persönlich nur teilweise spannend. Klar: Man ist gespannt, ob sich optisch und farblich vieles gegenüber dem Vorjahr verändert hat. Wie sehen die Maschinen aus, was ist neu? Aber wie diese Art der Präsentation abläuft, ist bei einigen Teams doch umso jämmerlicher. Selbst in der Königsklasse MotoGP passiert es bei einem großen Werksteam dann, dass zwei, drei Interviews mit Fahrern und Teamchef gemacht werden, anschließend das Tuch vom Bike gezogen und anschließend einmal kurz nett in die Kamera gelächelt wird. Fertig, Ende, Aus.

 

Umso gespannter war ich somit jetzt, wie denn eine Teampräsentation live vor Ort abläuft. Umso schöner natürlich, wenn man hier einem deutschen Team beiwohnen kann. Ist ja schließlich schön zu sehen, wie das direkt vor Ort abläuft. Also ab ins Auto und auf nach Memmingen zu IntactGP. Nach einer extrem staureichen Fahrt endlich angekommen war der erste Eindruck am Ort des Geschehens: Beeindruckend. Im Lagergebäude von Hauptsponsor Keckeisen wurde extra Platz geschaffen um zwischen deckenhohen Regalen und tausenden von Batterien die neue Saison willkommen zu heißen.

Über 500 Gäste feierten bei der Teampremiere von IntactGP in Memmingen die Saisoneröffnung 2017.
Über 500 Gäste feierten bei der Teampremiere von IntactGP in Memmingen die Saisoneröffnung 2017. (© Markus Kahl)

Edgar Mielke und Alex Hofmann führten launig, lässig durch das Programm, plauderten mit Nachwuchskräften genauso wie mit Motorradsportlegenden wie Toni Mang und Co. Nach der Vorstellungsrunde der Sponsoren kam es dann zum Höhepunkt des Abends mit der Einfahrt von Sandro Cortese und Marcel Schrötter auf ihrer neuen Suter. Ein rundherum gelungener Abend somit für die weit über 500 Gäste, die in einer sehr professionellen Atmosphäre eine gelungene Präsentation des Teams für 2017 erleben konnten. Ich selbst war beeindruckt, mit wieviel Herz und Leidenschaft dieses Team sich einen Platz in der Allgäuer Region erarbeitet hat und so den Sport zu einem festen Bestandteil der Öffentlichkeit geworden ist.

 

Was gibt es zu den sportlichen Erwartungen zu sagen? Dafür haben wir Teamchef Jürgen Lingg und Neuzugang Marcel Schrötter jeweils drei Fragen gestellt. Dazu viele Eindrücke des Abends in unserer großen Bildergalerie und ein Video mit der Einfahrt der beiden Fahrer Schrötter und Cortese.

3 Fragen an IntactGP Teamchef Jürgen Lingg

Treffen mit Dynavolt InactGP Teamchef Jürgen Lingg bei der offiziellen Teampräsentation für 2017.
Treffen mit Dynavolt InactGP Teamchef Jürgen Lingg bei der offiziellen Teampräsentation für 2017. (© Markus Kahl)

Motosports24: 2017 kommt ein großer technischer Wechsel auf euch zu. Nach vier Jahren mit Rahmenpartner Kalex wechselt ihr 2017 auf Suter. Was versprecht ihr euch vom Wechsel des Technologiepartners?

 

Jürgen Lingg: Mit allen drei Fahrern – also Jonas (Folger), Sandro (Cortese) und auch Marcel (Schrötter) haben wir die Suter jetzt probiert. Beim Test mit Jonas (im letzten Jahr) hat sich herausgestellt, dass das Motorrad ein sehr gutes Handling hat. Der Hinterreifen hat einen sehr geringen Verschleiß und davon erhoffen wir uns einen kleinen Vorteil. Der große Vorteil ist natürlich auch die Exklusivität, da Suter nur zwei Teams in der Moto2 betreut. Klar bringt so ein Wechsel auch ein gewisses Risiko mit sich, aber, wenn man nichts riskiert kann man sich auch keine Vorteile erarbeiten. Eins ist ja klar: Kalex ist momentan die Benchmark, aber Suter hat genauso sehr gute Referenzen und viel Erfahrung im Rennsport. Ich denke, nach einer gewissen Anlaufzeit kann das schon Vorteile bringen.

 

Seit einem Jahr hat IntactGP ein zwei Fahrer Team. Was lässt sich nach diesem ersten Jahr mit zwei Piloten sagen: Welchen positivsten Aspekt hat ein zwei gegenüber einem ein Mann Team?

 

Der positivste Aspekt ist du hast einfach 100 Prozent mehr Chancen auf Erfolg. Im Rennsport ist Glück und Pech so eng beieinander. Und da ist einfach die Chance, wenn ein Fahrer mal ausfällt, dann kann zumindest der Andere noch die Kohlen aus dem Feuer holen. Auch für unsere Techniker ist das sehr, sehr wichtig. Denn so haben wir einfach mehr Daten zum Vergleichen. Oft sind es nur die kleinen Sachen warum einer langsamer ist als der Andere. Und so kann man schneller sehen ob es nur am Fahrstil des jeweiligen Piloten liegt oder doch an der Einstellung des Motorrads.

 

Mit welchen ersten Eindrücken und mit welchen Erwartungen startet ihr in eure diesjährige Saison?

 

Also mit Prognosen bin ich mittlerweile vorsichtig (grinst). Mein Bauchgefühl sagt mir momentan, dass wir noch einiges an Arbeit vor uns haben. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir das bewältigen können. Wir haben jetzt noch sechs Tage Test bis zum Saisonstart und ich bin überzeugt, dass wir bis dahin unsere Hausaufgaben erledigen können. Dann sind wir Top vorbereitet – sowohl von Mannschaft wie Fahrerseite. Aber wie schon gesagt. Prognosen abzugeben ist ganz schwierig, weil Glück und Pech oft so nah zusammenliegen. Wichtig ist vor allem, dass die Fahrer einen Lauf bekommen, dass sie Selbstvertrauen tanken, dann können sie weit vorne landen.

3 Fragen an Marcel Schrötter

Marcel Schrötter bei der Teampräsentation des Dynavolt IntactGP Teams 2017.
Marcel Schrötter bei der Teampräsentation des Dynavolt IntactGP Teams 2017.

Motosports24: Für dich, Marcel, ist es das dritte Team in drei Jahren in der Moto2. Mit welchen Gefühlen und Eindrücken startest du deshalb in die Saison 2017?

 

Marcel Schrötter: Ja natürlich ist es schon schade, dass es so viele Teamwechsel sind. Man fängt ja irgendwann auch an sich wohl zu fühlen, wird vertrauter miteinander. Es war daher jetzt beim AGR Team (dort ist Schrötter 2016 gefahren) schon ein etwas trauriger Abschied, weil man dort gegangen ist mit dem Gefühl, man hat nicht das getan, was man hätte bringen wollen – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Aber die Freude, jetzt mit InactGP zusammenarbeiten zu können, ist schon groß. Schließlich habe ich es schon seit ein paar Jahren versucht dort hinzukommen. Ich freue mich riesig, die Stimmung ist wirklich brutal gut. Wir hatten schon viel Spaß in den Vorbereitungen bis jetzt. Es passt soweit sehr gut.

 

Es ist ja nicht nur vom Team für dich ein steter Wechsel, sondern auch die dritte Maschine in drei Jahren. Nach der Mistral bei Tech 3, der Kalex bei AGR ist es jetzt die Suter bei IntactGP. Was ist bei diesen technischen Wechseln die größte Herausforderung für dich?

 

Ich muss ehrlich sagen in diesem Jahr fällt mir der Umstieg ein bisschen schwerer. Ich kann gar nicht genau erklären warum. Vielleicht liegt es an den vielen Wechseln zuletzt. Es macht es so ein bisschen schwerer, den richtigen Weg gleich zu finden. Vielleicht liegt es auch daran, einfach länger auf einer Maschine sitzen zu können. Ich hätte sicher nichts dagegen gehabt, auf dem Niveau mit allem Drum und Dran bei Kalex noch weiterzufahren. Jetzt fange ich eben wieder von vorne an. Ein Fahrer setzt sich auf eine Maschine und ist direkt schnell, während ein anderer einfach ein bisschen braucht. Man benötigt einfach etwas Zeit um die entsprechende Schnelligkeit und Konstanz mit reinzubringen. Aber ich habe jetzt zwei Jahre Zeit um mich Stück für Stück zu verbessern. Das ist ein gutes Gefühl.

 

Die ersten Testkilometer sind absolviert. Wie waren für dich die ersten Eindrücke und mit welcher ganz persönlichen Zielsetzung kannst Du somit in Dein erstes Rennen gehen?

 

Ich will mich ungerne auf eine Platzierung festlegen, weil ich momentan einfach noch etwas Zeit brauche. Natürlich will ich in Katar gerne bestmöglich starten. Wir haben jetzt noch sechs Testtage, damit ich mich noch besser an das Bike gewöhnen kann. Auch 2017 wird die Moto2 eine knallharte Serie. Ich will mich daher nicht verrückt machen lassen – auch wenn es bei den Tests vielleicht noch nicht ganz optimal laufen sollte. Aber ein Test ist ein Test und deshalb bin ich überzeugt, dass wir in Katar dann am Rennsonntag schlagkräftig mit dabei sein können. Einfach die Saison gut starten und dann sehen wir, wo wir stehen.

 

(Markus Kahl)

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