Die MotoGP Saison 2015 in Bildern - Malaysia und Valencia

(Fotos: © Ajo Motorsport, Red Bull Ajo Moto3, Aprilia Racing Gresini, Dorna, Ducati, Estrella Galicia MarcVDS, AGR Team, Gresini Moto3, IntactGP, Movistar Yamaha MotoGP Team, Repsol Honda MotoGP Team, Suzuki Racing, Derendinger Interwetten Moto2 Team, Tech3)

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Die MotoGP Saison 2015 in Bildern - Philipp Island

(Fotos: Ajo Motorsport, Red Bull Ajo, Ioda Racing, Aprilia Racing Gresini, Dorna, Ducati, Estrella Galicia 0,0 MarcVDS, AGR Team, Gresini Moto3, IntactGP, Leopard Racing, Movistar Yamaha MotoGP Team, Repsol Honda MotoGP Team, Suzuki Racing, Tech3 Moto2 Team)

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Die MotoGP Saison 2015 in Bildern - Aragon und Motegi

(Fotos: © Dorna, Movistar Yamaha MotoGP Team, Repsol Honda MotoGP Team, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS, Aprilia Racing Gresini, Ducati, Suzuki Racing, AGR Team, IntactGP, Derendinger Interwetten Team, Red Bull Ajo Motorsport, Gresini Moto3 Team)

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Die MotoGP Saison 2015 in Bildern - San Marino

(Fotos: © www.gp-photo.de, Ronny Lekl)

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Die MotoGP Saison 2015 in Bildern - Brünn und Silverstone

(Fotos: © www.gp-photo.de, Ronny Lekl)

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Die MotoGP Saison 2015 in Bildern - Katar

(Fotos: © Dorna, Ducati, Movistar Yamaha MotoGP Team, Repsol Honda MotoGP Team, Forward Racing Team, AGR Team, Derendinger Interwetten Racing, Racing Team Germany)

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Die schwarze Woche in der MotoGP

Valentino Rossi und Marc Marquez im Duell in der MotoGP in Sepang
Der Schlagabtausch zwischen Valentino Rossi und Marc Marquez bestimmt in der MotoGP derzeit die Schlagzeilen (©Movistar Yamaha MotoGP Team)

Marc Marquez ist schuld. Marquez hat die Sportlichkeit mit Füßen getreten. Er war es, der Valentino Rossi zu einem Manöver zwang, das ihn selbst von der Strecke fliegen lies. Marquez trägt selbst die Verantwortung dafür, dass es zu seinem Sturz gekommen ist. Und ja, Marc Marquez müsste für dieses Verhalten hart bestraft, am besten für einige Rennen gesperrt werden – wegen grober Unsportlichkeit. Die Strafe von Valentino Rossi sollte für das letzte Rennen sofort aufgehoben werden, damit ein richtiges Duell um die Weltmeisterschaft zwischen Rossi und Jorge Lorenzo stattfinden kann.

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MotoGP Runde 17 - Sepang - Schlammschlacht in der Hitzehölle

Valentino Rossi, Marc Marquez und Jorge Lorenzo in der MotoGP in Sepang 2015
Der Zweikampf der Saison 2015? Valentino Rossi gegen Marc Marquez in Sepang in der MotoGP (© Movistar Yamaha MotoGP Team)

Vor einer Woche waren hier noch so positive Worte zu lesen. Worte über ein Rennen, was unter sportlichen Gesichtspunkten einfach herausragend war. Vier Fahrer kämpfen auf Phillip Island um den Sieg. Die Welt feiert ob es eines spektakulären Rennens. Diesmal ist alles anders. In Sepang kann eine mögliche Vorentscheidung im Kampf um den Weltmeisterschaftstitel zwischen Valentino Rossi und Jorge Lorenzo fallen. Elf Punkte Vorsprung nimmt Rossi mit ins Rennen, mit sieben kommt er am Ende wieder heraus. Was nach lächerlichen vier einfachen Punkten klingt, die Rossi auf Lorenzo verliert, ist jedoch ein hochdramatisches Rennen, was die Wellen auch Stunden danach hochschlagen lässt. Unser Blick auf das Rennwochenende in Sepang.

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Im Maschinenraum der MotoGP

Mittendrin in der Garage des Forward Racing Teams im zweiten freien MotoGP Training am Sachsenring.
Mittendrin in der Garage des Forward Racing Teams im zweiten freien MotoGP Training am Sachsenring.

Wenn man es am Bildschirm zu Hause verfolgt oder auch an der Rennstrecke: Es sieht so einfach aus, doch es steckt sehr viel Planung und Arbeit dahinter. Rausfahren, reinfahren, ein bisschen schrauben, Reifen runter und wieder rauf. Das war‘s. Doch was passiert in der Box und hinter den Kulissen einer Trainingssitzung in der MotoGP? MotoSports24 hatte am Sachsenring Gelegenheit, sich eine komplette Session im zweiten freien Training (kurz FP2 genannt) bei und mit dem Forward Racing Team anzuschauen. Ein Blick in den Maschinenraum eines MotoGP Teams.

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Die Kunst, eine Rennstrecke zu komponieren

Hermann Tilke im Gespräch mit MotoSports24
Hermann Tilke im Gespräch mit MotoSports24 (© Tilke)

An ihm und seinem Büro kommt man kaum vorbei, wenn es um das Thema Rennstreckenbau geht. Hermann Tilke ist so etwas wie der „ Papst der Rennpisten der Welt“. Wann immer ein neues Projekt ins Leben gerufen wird, der Aachener Bauingenieur ist meist involviert. Im Gespräch mit MotoSports24 spricht Tilke über die Entstehung einer Strecke, die großen Herausforderungen der Zeit und warum Baukunst auch viel mit Musik zu tun hat.

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Der wahre Doktor

Das Clinica Mobile wird per Truck von Strecke zu Strecke in der MotoGP gefahren.
Das Clinica Mobile wird per Truck von Strecke zu Strecke in der MotoGP gefahren.

Er ist ganz einfach der Doktor. 36 Jahre alt und einer der wichtigsten Menschen auf oder besser gesagt an der Strecke. Nein, die Rede ist nicht von Valentino Rossi, sondern von Michele Zasa, dem wahren Doktor der MotoGP.

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Saisonprognose 2015 - Update zur 2. Saisonhälfte

Der Start zum Rennen am Sachsenring. Das letzte MotoGP Rennen vor der Sommerpause 2015.
Der Start zum Rennen am Sachsenring. Das letzte MotoGP Rennen vor der Sommerpause 2015. (© www.gp-photo.de, Ronny Lekl)

Sommerzeit. Zeit für Sommerpause. Zeit zum Relaxen, Zeit für Urlaub. Auch die MotoGP gönnt sich ein paar rennfreie Tage. Während einige Fahrer noch auf der Maschine zu finden sind (beispielsweise beim Motocross), schippern andere schon ganz entspannt auf einem Boot übers Meer.

 

Wir nutzen die rennfreie Zeit um zur Hälfte der Saison unsere Saisonprognose auf den neuesten Stand zu bringen. Wer war gut? Wo lief es suboptimal? Wer hat überrascht oder enttäuscht?

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Ohne Worte - Mit Maverick Vinales

Sag mal, Maverick, wie bewertest du deine erste Saisonhälfte in der MotoGP?

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MotoGP Runde 9 - Sachsenring - Marc Marquez reloaded

Selfiealarm auf dem Podium der MotoGP am Sachsenring: Dani Pedrosa feiert mit Marc Marquez und Valentino Rossi
Selfiealarm auf dem Podium der MotoGP am Sachsenring: Dani Pedrosa feiert mit Marc Marquez und Valentino Rossi (© Gerhard Schiel Photo)

Kann ein MotoGP Rennen langweilig sein? Mmmh. Der Bauch sagt nein, doch Augen und Verstand sagen: Es ist möglich. Also so ein bisschen. Vielleicht. Möglicherweise. Wobei langweilig möglicherweise doch das falsche Wort ist. Unspektakulär würde es wohl besser beschreiben. Ein Rennen ohne besondere Höhepunkte, mit einigen wenigen Überholmanövern an der Spitze. Aber: Auch solche Rennen kann und muss es geben. Es geht nicht immer nur höher, schneller weiter. Warum das Rennen trotzdem in der Nahbetrachtung mehr zu bieten hatte als zunächst angenommen, analysieren wir jetzt.

Das Podium

In der ersten Runde mit Sahnestart: Jorge Lorenzo überholt beide Hondas außen und setzt sich an die Spitze
In der ersten Runde mit Sahnestart: Jorge Lorenzo überholt beide Hondas außen und setzt sich an die Spitze (© Movistar Yamaha MotoGP Team)

Was ein Start. Und dann kam der Einbruch. Nicht auf dem Podium, trotzdem eine Zeile wert. Der Start von Jorge Lorenzo war schon allererste Sahne, wie er die beiden Hondas in der ersten Kurve außen umrundet und so die Führung übernimmt. Aber ein guter Start macht eben noch keinen Sieger. Und auch keinen Podiumsbesucher. Lorenzo kann das Tempo nicht halten und muss sich so mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

 

Doch jetzt Konzentration aufs Podest. Marc Marquez reloaded. Genau so muss man es festhalten. Nach einer echten Durststrecke (muss man bei einem Werksteam wohl so sagen), gewinnt Marquez nach sechs Rennen ohne Sieg wieder ein Rennen. Klar, zwei Podestplätze zwischendurch sind in Ordnung. Wenn man allerdings den Maßstab hat, Weltmeister werden zu wollen, reichen diese Platzierungen – wie man in der WM Tabelle sieht – einfach nicht aus. Doch es gibt ein kleines, aber entscheidendes Detail was Marquez seit dem letzten Rennen in Assen wieder zurück auf die Siegerstraße bringt: Das 2014er Chassis. Honda muss sich mit der Neuentwicklung für 2015 irgendwie selbst ins Bein geschossen haben. Das Rennen von Marquez: Heute völlig fehlerlos. Geduldig legt er sich Jorge Lorenzo zurecht und überholt ihn in Runde fünf. Der Platz an der Sonne, den er bis zum Ende nicht mehr hergibt. Hinter dem Honda Piloten liefern sich Teamkollege Dani Pedrosa und Yamaha Pilot Valentino Rossi ein durchaus interessantes Duell. Lange hält Rossi die Position hinter Marquez auf Platz zwei, doch in der 17. Runde macht Pedrosa ernst und zieht am Italiener vorbei. Es bleibt zwar recht eng zwischen den beiden, aber an Pedrosa kommt Rossi nicht mehr vorbei. Er arrangiert sich mit dem letzten freien Platz auf dem Podest – ein gern genommener, denn er baut damit auch seine WM-Führung auf Teamkollege Lorenz auf jetzt 13 Punkte aus.

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MotoGP Runde 8 - Assen - Doctorspiele in der Cathedrale

Valentino Rossi bejubelt seinen MotoGP Sieg in Assen
Valentino Rossi bejubelt seinen MotoGP Sieg in Assen (©Movistar Yamaha MotoGP Team)

Urplötzlich war da eine ziemlich rumpelige Stimmung. Ein Freund von mir und ich diskutierten noch während des Rennens in Assen über die Geschehnisse auf der Strecke. Er war felsenfest der Meinung, er sehe ein superspannendes Rennen, weil es endlich mal wieder einen richtigen Fight um Platz eins gäbe. Ich dagegen hatte eher den Standpunkt, dass es zwischen Valentino Rossi und Marc Marquez zwar eng zugehe, aber so wirklich Spannung nicht aufkommen würde, weil die Überholmanöver und Positionswechsel fehlen. Sprich: Ein echter Krimi sehe für mich anders aus. Und ich prophezeite ihm, dass Rossi dieses Rennen auf jeden Fall gewinnen würde, was er kategorisch abstritt, da er sich nicht sicher war. Es zog eine regelrechte Gewitterfront zwischen uns auf, eine verbale Auseinandersetzung, ähnlich dem Duell auf der Strecke. Keiner ließ sich vom anderem überzeugen. Es ging klassisch unentschieden aus, denn auch nach Rennschluss war eine gleiche Einschätzung der Ereignisse nicht möglich. Während hier keine Einigung zu erzielen war, war es dafür auf der Strecke umso klarer. Valentino Rossi gewinnt in beeindruckender Art und Weise das Rennen in Assen.

Da passt kein Blatt Papier mehr dazwischen. Valentino Rossi und Marquez fighten in der letzten Kurve um den Sieg in Assen
Da passt kein Blatt Papier mehr dazwischen. Valentino Rossi und Marquez fighten in der letzten Kurve um den Sieg in Assen (© Dorna)

Das Podium

 

Eindeutig? Eindeutig! Das Rennen in Assen war an diesem Wochenende eine echte Zweiklassengesellschaft. Schon nach drei Runden konnten Valentino Rossi, Marc Marquez und Jorge Lorenzo eine Lücke zum Viertplatzierten von fast drei Sekunden herausfahren. Schnell war klar: Der Sieg im Rennen führt nur über diese drei Fahrer. Und auch innerhalb dieser Dreiergruppe wurde die Lücke zügig größer und größer. Insgesamt trennten Jorge Lorenzo auf Platz drei am Ende über elf Sekunden von den beiden führenden Rossi und Marquez. Es war nichts zu machen für Lorenzo, das erkannte er schnell. Und so war der Spanier darauf bedacht, diesen dritten Platz sicher nach Hause zu bringen. Spannend war es dagegen zwischen Rossi und Marquez, die um Platz eins kämpften. Wobei spannend? Wirklich? Wäre nicht vielmehr das Wort eng angebracht?


Vermutlich ist von beidem etwas richtig. Denn man hatte beim Anblick von Valentino Rossi im gesamten Rennen den Eindruck, er kontrolliere das in einer hochkonzentrierten Art und Weise. Nicht ein einziges Mal gelang es Marquez im Rennen, einen Positionswechsel in einer Kurve herbeizuführen. Moment, werden jetzt viele rufen, er ist doch in der 20 Runde vorbei gegangen. Stimmt, aber nur, weil Rossi es zuließ. Denn drei Runden vor Schluss machte der „Doctor“ ernst. Er zog wieder an Marquez vorbei. Rossi vor Marquez bis in die letzte Kurve. Dass es der Honda Pilot in der letzten Schikane noch einmal mit der Brechstange versuchen würde, überraschte nicht wirklich. Sein Manöver aber zu optimistisch, Rossi muss ins Kies ausweichen, kürzt damit ab und gewinnt trotzdem das Rennen. Kurzes Luft anhalten und überlegen: War das jetzt OK oder hat sich Rossi einen Vorteil verschafft? Die Antwort gaben Teams und Rennleitung: Keine Proteste, keine Einsprüche. Rossi siegt vor Marquez und Lorenzo.

Valentino Rossi feiert sich und wird gefeiert beim MotoGP Rennen in Assen
Valentino Rossi feiert sich und wird gefeiert beim MotoGP Rennen in Assen (© Movistar Yamaha MotoGP Team)

MotoGP – Top

 

Diesmal kommt man in dieser Kategorie am Sieger nicht vorbei. Valentino Rossi ist unser Top des Wochenendes. Auf dem Papier und auf der Strecke war es zwischen ihm und seinem Verfolger Marc Marquez eng, sehr eng. Doch Rossi wirkte an diesem Tag wirklich wie ein Doctor, der sich seinen Gegner regelrecht zurechtlegt und dann im passenden Moment genüsslich seziert. Es war ein beeindruckendes Schauspiel des Altmeisters, der an diesem Tag seine Erfahrung voll ausspielte und diesen Sieg hochverdient mit nach Hause nimmt. Auch wenn Rossi sagt, er sei am Limit gefahren: Es wirkte nie so. Auch Marquez als Verfolger sagte, er sei am Limit unterwegs gewesen. Doch bei ihm arbeitete die Maschine mehr, er hatte viel mehr zu tun, während es bei Rossi klar, präzise und schnörkellos wirkte. Man kann gar nicht so viele Hüte ziehen wie man möchte, denn das war nahe an der Perfektion was der Italiener hier ablieferte.

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Drei Gründe, warum in der MotoGP keiner mehr Casey Stoner braucht

Casey Stoner in der Honda Box
Casey Stoner in der Honda Box (©HRC)

Stoner. Stoner. Stoner. Kaum ein Fahrer, der nicht zum aktiven Feld gehört, ist so in aller Munde. Viel wird spekuliert: Kommt er für ein paar Rennen zurück? Steigt er wieder ganz in die MotoGP ein? Wollen ihn wirklich die Fans zurück haben oder schreiben da nur ein paar Journalisten ein Comeback herbei?

 

Wir sagen: Niemand braucht in der MotoGP Casey Stoner. Warum?



1. Stoner hat im Paddock verdammt viel verbrannte Erde hinterlassen.

 

„Niemand kümmert sich einen Scheißdreck um uns Fahrer. Wir sind Spielzeuge und Puppen, die auf der Piste ihren Job verrichten sollen“. Peng. Das sitzt. Und weiter geht’s: „Wir werden nur noch wie Rennpferde behandelt. Die Verantwortlichen verlangen, dass wir rausfahren und so unbarmherzig wie möglich fighten, so schnell wie möglich fahren und möglichst viel riskieren. Es gibt nicht mehr viele Menschen die Respekt vor dem haben, was wir wirklich leisten“. Alles Zitate von Stoner, als er 2012 seinen Rücktritt bekannt gab. Harte Worte, gegen niemanden direkt und doch gegen alle gerichtet. Wenn man als Teamchef einen erfolgreichen Fahrer benötigen würde, müsste man die ganzen Schimpftiraden von damals vergessen und einzig und alleine sich darauf konzentrieren, dass Stoner ein verdammt guter und schneller Fahrer war. So jemanden will jeder gerne auf seiner Maschine sitzen sehen. Doch der Australier hatte seinerzeit mit vielem und vielen gebrochen. Wer seine Autobiografie liest merkt, dass sich Stoner in vielen Fällen völlig missverstanden von Verantwortlichen im Paddock, den Medien aber auch Fans gefühlt hat. Er wollte immer nur Rennen fahren. Der ganze Zirkus drum herum passte ihm nicht. Doch zum Spitzensport gehört eben einfach etwas mehr dazu, als nur schnell zu fahren. An dieser seiner Einstellung hat sich in seiner ganzen aktiven Zeit nichts geändert – insbesondere zum Ende hin. Immer schaute er ein wenig neidisch auf einen Valentino Rossi, dem die Fanherzen zujubelten. Stoner war respektiert, aber nicht geliebt. Aber er tat auch nichts dafür, sondern blieb ein unterkühlter und distanzierter Topfahrer. Warum sollte also überhaupt jemand wollen, dass er zurückkehrt? Ob die Begeisterung der Fans wirklich so groß wäre? Klar, jeder will entsprechende Duelle auf der Strecke sehen. Je mehr Fahrer fighten, umso spannender ist es. Aber ist es das – gerade in 2015 – nicht mehr als genug? Und genau damit kommen wir zu nächsten Argument:

 

2. Stoner ist raus aus dem Wettbewerb.

 

Wie jetzt? Casey fährt doch als Testfahrer für Honda. Wie soll er da raus sein? Schnelles Fahren verlernt man nicht. Ja und Nein. Klar war Stoner ein Topfahrer. Vielleicht ist oder wäre er es heute immer noch. Er ist seit einiger Zeit Testfahrer für Honda, bleibt seiner alten Rennfamilie somit erhalten. Doch das Testen einer MotoGP Maschine ist das eine, schnelle und erfolgreiche Rennen zu fahren das Andere.

 

Schauen wir uns beispielsweise an, wie es bei einem sehr guten Bundesligaspieler im Fußball läuft. Er spielt eine gute Saison, verletzt sich jedoch und fällt für mehrere Monate aus. Er macht sein erstes Spiel und viele sind verblüfft, dass er plötzlich nicht mehr so gut ist wie noch vor seiner Verletzung. Hat er plötzlich das Fußballspielen verlernt? Ganz sicher nicht. Doch so komisch das klingt: Ihm fehlt die Wettkampfpraxis. Und genauso ist es in jedem Hochleistungssport, auch in der MotoGP. Wir reden hier oftmals von Zehntelsekunden, die einen Platz zwischen Himmel und Hölle ausmachen. Stoner ist seit über zwei Jahren kein Rennen mehr auf diesem Niveau gefahren. Er ist älter geworden, die Technik hat sich verändert, es sind neue Gegner dazu gekommen. Vieles ist neu, an das sich der Australier erst wieder gewöhnen müsste. Dass er ab dem ersten Rennen bei einem möglichen Comeback direkt wieder um ein Podium wieder mitfahren würde: Nicht unmöglich, aber doch ein ganzen Stück unwahrscheinlich. Außerdem kommt dazu, dass eine junge Meute von sehr talentierten Fahrern schon im Hintergrund lauert. (Vinales, vielleicht bald Rins aus der Moto2 oder sogar Quartararo aus der Moto3) Und damit wären wir direkt bei:

Ein Comeback von Casey Stoner in der MotoGP. Wunschgedanke oder realistisch?
Ein Comeback von Casey Stoner in der MotoGP. Wunschgedanke oder realistisch? (©HRC)

3. Für Stoner ist kein Platz.

 

Denn wo soll Stoner fahren? Die Plätze bei seinem derzeitigen Team Honda sind besetzt. Klar, niemand weiß, wie lange das mit Dani Pedros noch funktioniert. Vielleicht muss Pedrosa am Ende der Saison doch aufhören, weil es mit seinem Arm einfach nicht mehr so funktioniert wie er es sich vorstellt. Also würde HRC den Platz neben dem Überflieger Marc Marquez durch Stoner besetzen.

 

Ganz ehrlich: Was würde Marquez davon halten? Der Spanier ist die Zukunft bei Honda, er ist die klare Nummer eins. Wenn man ihm einen Teamkollegen wie Stoner hinsetzen würde, könnten am Ende beide darunter leiden. Marquez, weil er sich vielleicht verletzt fühlen würde und herabgesetzt in seinem Status. Und Stoner, weil er vielleicht nicht ab dem ersten Moment die Topleistung abrufen könnte, die alle von ihm erwarten. Es gäbe Knatsch und Ärger in der Box bei Honda, spannungsfrei würde so etwas sicher nicht verlaufen. Ob sich Honda so etwas wirklich antun wollte?

 

Aber auch bei den anderen Teams sieht es nicht besser aus. Bei Yamaha sind die Plätze durch Jorge Lorenzo und Valentino Rossi besetzt. Keiner zeigt nur annähernd Absichten das Team zu verlassen. Tür zu. Auch bei Ducati: Warum sollten die Verantwortlichen jetzt, wo es endlich besser mit der Maschine läuft, ihre Piloten tauschen? Sowohl Andrea Dovizioso als auch Andrea Iannone zeigen gute bis sehr gute Leistungen. Die Maschine wird immer besser, ein Grund für einen Fahrerwechsel ist nicht ansatzweise am Horizont erkennbar. Was bleibt da an Teams noch übrig? Suzuki? LCR Honda? Vielleicht KTM 2017? Nein, nichts von dem macht irgendwie Sinn. Wenn Stoner wirklich wieder fahren wollte, dann nur mit entsprechend gutem Material. Doch da ist – aus unserer Sicht – derzeit weit und breit nichts in Sicht. Und ein Gedanke hierbei nur am Rande: Würde ich mir als Teamchef ein junges, hungriges Talent ins Team holen oder einen ehemaligen Weltmeister von dem ich heute nicht weiß, in welcher Verfassung er Rennen fahren könnte? Eben.

 

Was sind diese Gerüchte um ein mögliches Comeback von Casey Stoner also? Nur Schall und Rauch? Nur der Versuch einiger Medienleute, eine Suppe am Köcheln zu halten, die aber niemand essen will? Wir wissen es nicht. Wir stellen uns zum Schluss aber noch die Frage: Was wäre wenn? Was wäre, wenn Stoner wirklich zurückkommen würde? Was wäre mit seiner Lust? Dass er sich vielleicht noch einmal dem Wettbewerb stellen will, kann man sich gut vorstellen. Aber wären seine damaligen Gründe für den Rücktritt nicht Ruck Zuck wieder ganz aktuell auf dem Tisch? Sponsoren- und Medientermine. Testtage. Das ständige Reisen. Das vermeintliche vorgeführt werden. Nichts davon hätte sich geändert. Und wie schnell würde Stoner die Lust an alledem wieder vergehen?

 

Nein, tatsächlich spricht wenig bis nichts für ein Comeback des Australiers. Ein Duell mit einem Marquez wäre mit Sicherheit spannend (gewesen). Doch Stoner hat es bevorzugt, die Wettbewerbsstiefel in den Schrank zu stellen. Momentan hat man teils den Eindruck, er möchte zum Comeback gebeten werden. Er hat damals die Entscheidung getroffen, dem ganzen Zirkus in und um den Paddock Adieu zu sagen. Viele haben es seinerzeit unter sportlichen Gesichtspunkten nicht verstanden. Es gab mal einen schönen Filmtitel von James Bond: Sag niemals nie. Doch in diesem Fall wäre die bessere Wahl: Wir lassen alles so wie es ist. Kein Comeback. Kein Stoner mehr. Nur die Erinnerung an einen sehr guten MotoGP Fahrer.

 

(Markus Kahl)

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MotoGP Runde 7 - Barcelona - Jetzt ist die Krise wirklich da

Jorge Lorenzo packt den Hammer aus. Barcelona ist Lorenzo Land.
Jorge Lorenzo packt den Hammer aus. Barcelona ist Lorenzo Land (© Dorna).

Drei Ausfälle in sieben Rennen. Das klingt nach einem Rookie, der noch einiges lernen muss. Doch wir sprechen in diesem Fall nicht von einem Frischling, sondern vom Doppelweltmeister der MotoGP 2013 und 2014. Für Marc Marquez droht 2015 zu einem echten Seuchenjahr zu werden. Doch nicht nur der Honda Pilot sah keine Zielflagge, sondern auch viele andere Fahrer nicht. Barcelona 2015: Ein bisschen wie ein kleines Sturzfestival. Neun von 25 Fahrern erreichten nicht ihr Ziel. Alles einzeln erklärbar, in der Summe aber für ein MotoGP Rennen doch ein wenig zu viel. Doch neben vielen Verlierern gab es auch jede Menge Gewinner in der siebten Runde der MotoGP 2015.

In Barcelona nicht zu stoppen: Die Movistar Yamaha mit Jorge Lorenzo und Valentino Rossi
In Barcelona nicht zu stoppen: Die Movistar Yamaha mit Jorge Lorenzo und Valentino Rossi (© Movistar Yamaha MotoGP Team).

Das Podium

 

Wird es jetzt langsam schon langweilig? Den Eindruck kann ich diesmal nicht bestätigen. Natürlich scheinen die Yamahas derzeit allen davonzufahren. Und doch wirken die Erfolge, im Gegensatz zur langen Siegesserie von Marc Marquez in 2014 (zehn Rennsiege in Folge), irgendwie fragiler. Natürlich hat Jorge Lorenzo einen Lauf und mit vier Siegen in Folge einen neuen, eigenen Rekord mit der längsten Serie an Rennsiegen aufgestellt. Und doch muss er jedes Mal hart um seinen Sieg fighten (mag möge sich nur mal sein Gesicht nach dem Rennen angesehen haben: Lorenzo war einfach platt). Aber klar ist auch: Wer momentan in der MotoGP erfolgreich sein will, muss an den Yamahas erstmal vorbei. Das war auch diesmal in Barcelona so. Niemand hat es hier geschafft, die Blauen auf den Plätzen eins und zwei zu verdrängen. Jorge Lorenzo siegt vor Valentino Rossi und Dani Pedrosa (Repsol Honda). Es klingt auf dem Papier genauso eindeutig, wie es dann auch auf der Strecke ausgesehen hat. Jorge Lorenzo von der ersten Runde an auf Platz eins, nie war der Sieg auch nur annähernd gefährdet. Annähernd gleich lief es bei Valentino Rossi, der mit einem durchwachsenen Startplatz sieben ins Rennen ging, aber nur drei Runden benötigte, um sich hinter Lorenzo auf dem zweiten Platz einzureihen. Somit war quasi nur noch der dritte Platz auf dem Podest zu vergeben und hier gab es etwas mehr Rangelei. Die ersten fünf Runden war Andrea Dovizioso (Ducati) auf einem guten Weg diesen dritten Rang für sich zu beanspruchen, nach seinem Ausfall übernahm Aleix Espargaro dann die Position, musst diese bereits aber nach einer Runde wieder abgeben. Dani Pedrosa erbte in Runde sieben den dritten Rang und gab ihn nicht mehr aus den Händen.

 

Spannend wurde es noch einmal gegen Rennende, als der Abstand zwischen Lorenzo und Rossi Stück für Stück bis auf eine knappe Sekunde zusammenschmolz. Doch Rossi konnte nicht an Lorenzo heranfahren, geschweige denn ihn überholen. Der dritte Platz von und für Dani Pedros geht für ihn voll in Ordnung, sein Abstand zu den Yamahas auf Rang eins und zwei ist mit fast 20 Sekunden Rückstand jedoch enorm.

Riesenjubel bei Stefan Bradl und seiner Crew nach dem Sieg der Open Class
Riesenjubel bei Stefan Bradl und seiner Crew nach dem Sieg der Open Class (© Athina Forward Racing Team).

MotoGP – Top

 

Endlich! Endlich! Endlich! Es machte den Eindruck, als ob Wackersteine von ihm abgefallen wären. Trotzdem sah Stefan Bradl nicht glücklich aus nach seinem fantastischen achten Platz in Barcelona. Sechsmal blieb Bradl 2015 der Erfolg verwehrt, drei Stürze bzw. Ausfälle waren schon zu beklagen. Die Maschine lief nicht, die Elektronik streikte ein ums andere Mal. Die Zweifler krochen schon aus allen Ecken und auch Bradls Rucksack wurde mit Selbstzweifeln auf dem Rücken voller und voller. Das Ziel vor Saisonbeginn war ganz klar der Sieg in der Open Klasse, doch noch vor dem Start in Barcelona war Bradl meilenweit davon entfernt. Doch jetzt, im siebten Umlauf in 2015, scheint sich der erste Knoten gelöst zu haben. Ein achter Platz, ein Ergebnis, mit dem der Deutsche sehr, sehr zufrieden sein kann. Im Interview nach dem Rennen war von einem strahlenden Bradls jedoch nichts zu sehen. Zu groß waren scheinbar noch immer Anspannung und Druck, die auf ihm gelastet hatten. Auch wenn es nur ein erstes positives Ergebnis ist: Darauf lässt sich aufbauen.

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MotoGP Runde 6 - Mugello - The Unbeatable

Jorge Lorenzo bejubelt seinen MotoGP Triumph in Mugello
Jorge Lorenzo bejubelt seinen MotoGP Triumph in Mugello (Fotoquelle: Movistar Yamaha MotoGP Team)

Fast wollte ich diesen Rennbericht mit Conchita Wurst beginnen. Wurst? Was hat denn die Dame, pardon, der Kerl, ähm, also was hat Conchita denn bitte mit MotoGP am Hut? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Und es ist mir nicht überliefert, ob sich Frau Wurst überhaupt für Motorradrennen interessiert. Und doch wäre sie, also besser gesagt ihr Titel fast in der Überschrift hier gelandet. Der Siegertitel des Eurovision Song Contest von 2014 als Überschrift wäre (fast) passend gewesen. Rise like Phoenix. Denn Mr. Unbeatable ist tatsächlich auch so etwas wie ein Phönix, der der Asche entstiegen ist. Nach einer schwachen Saison 2014 und dem „durchwachsenen“ Start in die Saison 2015 kann man das fast so ein bisschen so nennen. Bevor ich jetzt noch mehr zur Verwirrung beitrage, gehen wir den GP von Italien doch einfach mal Stück für Stück durch.

Partystimmung auf dem MotoGP Podest in Mugello: Andrea Iannone, Jorge Lorenzo und Valentino Rossi
Partystimmung auf dem MotoGP Podest in Mugello: Andrea Iannone, Jorge Lorenzo und Valentino Rossi (Fotoquelle: Movistar Yamaha MotoGP Team)

Das Podium

 

Er ist derzeit – so scheint es – unschlagbar. Jorge Lorenzo lässt im wahrsten Sinne des Wortes den Hammer fallen. Dritter Sieg in Folge. Nach Jerez und Le Mans gewinnt Lorenzo auch hier in Mugello. Und nicht irgendwie, sondern in ganz beeindruckender Art und Weise. In Runde eins leuchtete die Nummer 99 auf der Anzeige in Führung liegend auf. Und der Bediener der Anzeigentafel hatte hier anschließend nichts mehr zu tun, denn an dieser Zahl auf Platz eins änderte sich bis ins Ziel nichts mehr. Die schnellsten Zeiten in den ersten Runden (mit mittleren 1,47’ern) halfen Lorenzo, gleich einen komfortablen Vorsprung auf die Konkurrenz herauszufahren. Der Abstand wurde groß und größer und so konnte es sich der Spanier zum Ende hin sogar leisten, teils eine ganze Sekunde langsamer als die Verfolger zu sein. Bei einem Vorsprung von knapp achteinhalb Sekunden wahrlich kein Problem.

 

Lorenzo profitierte aber auch vom Kampf der Verfolger, die sich in vielen unterschiedlichen Kämpfen gegenseitig das Leben schwer machten und so zu keiner Zeit im Rennen um Platz eins mitkämpfen konnten. Andrea Iannone war mit Vorteil und Handicap zugleich ins Rennen gegangen. Vorteil in Form der Pole Position, seiner ersten in der MotoGP, aber auch dem Nachteil seines immer noch aktuellen Haarisses in der Schulter. Es war vor allem der Wille, der Iannone zu diesem zweiten Platz trieb. Wieder kam es für ihn zu Duellen mit Marc Marquez im Rennen (wie schon in Le Mans). Doch sein größtes Problem war der in den letzten sechs Runden heraneilende Valentino Rossi. Der Doctor war vom ominösen Startplatz acht ins Rennen gegangen – der Startplatz von dem er schon zwei Rennen in diesem Jahr gewonnen hatte. Eine Sekunde lag Rossi plötzlich nur noch hinter Iannone, doch dieser Rückstand sollte sich bis ins Ziel nicht mehr ändern. Iannone hielt dem Schmerz der Schulter und dem Druck von Rossi stand und fuhr als zweiter aufs Podest vor Valentino Rossi, der auch auf dem dritten Rang vom Publikum gefeiert wurde wie ein Sieger.

Maverick Vinales in der Startaufstellung der MotoGP in Mugello
Maverick Vinales in der Startaufstellung der MotoGP in Mugello (Fotoquelle: Suzuki Racing MotoG Team)

MotoGP – Top  

 

Neben den Fahrern auf dem Podium stach noch ein Ergebnis heraus. Der siebte Platz von Maverick Vinales. Ein ganz stiller junger Mann, der seine erste Saison in der MotoGP absolviert. Einige fragten sich, ob sein Aufstieg aus der Moto2 zu schnell sein würden und vor allem, ob der Schritt zu Suzuki der richtige wäre. So ein wenig steht er im Schatten von Teamkollege Aleix Espargarao, der immer wieder durch spektakuläre Zwischenergebnisse auffällt. Doch Vinales punktet weder durch einen spektakulären Auftritt auf oder neben der Strecke, sondern vielmehr durch seine soliden Ergebnisse. Durch seinen siebten Platz in Mugello (das beste Resultat in der MotoGP für ihn) zieht er in der WM Wertung jetzt sogar am Teamkollegen vorbei. Viele sehen Vinales als den kommenden Fahrer in der WM. Wenn er so weiter macht könnte das tatsächlich klappen.

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MotoGP Runde 5 - Le Mans - Allez les bleu

Das MotoGP Podium in Le Mans 2015
MotoGP Podium in Le Mans 2015: Valentino Rossi, Jorge Lorenzo, Andrea Dovizioso (Foto: Dorna)

Kippt hier gerade was? Also ich meine von orange zu blau? Von Honda zu Yamaha? Man kann es kaum glauben. Denn es ist ja erst ein paar Monate her, als das Repsol Honda MotoGP Team den erneuten WM Titel mit ihrem Marc Marquez feierten. Dominanz von Honda, wohin das Auge blickte. Doch jetzt lernen wir als Zuschauer wieder aufs Neue die alte Sportlerwahrheit: Nichts ist so alt wie der Erfolg von gestern und auf dem kann, soll und darf man sich auf keinen Fall ausruhen. Doch dieser plötzliche und auch so heftige Einbruch und Wechsel in der Vorherrschaft in der MotoGP kommt dann doch ein wenig überraschend.

 

Allez les bleu lautet die Überschrift dieses Beitrags, denn passender könnte er nach diesem Rennwochenende in Le Mans kaum sein. Die Blauen (Yamaha) dominieren das zweite Europarennen (in Frankreich), holen im Rennen den Sieg und zweiten Platz. Siege befeuern Siege, doch die Zahlen sprechen 2015 eine deutliche Sprache. Zehn Podestplätze gab es für die Werksteams Honda und Yamaha 2015 zu besetzen. Yamaha fuhr sieben ein, Honda nur zwei. Marc Marquez gewann ein Rennen (in Austin), Valentino Rossi und Jorge Lorenzo jeweils zwei. Gerade Rossi erweist sich in diesem Jahr als Mr. Zuverlässig, fuhr er für Yamaha bis jetzt in jedem Rennen auf das Podium. Honda hat ein echtes Problem – und es ist nicht nur Marquez, der derzeit weit weg von seiner Topform der beiden Vorjahre scheint. Denn das Comeback von Dani Pedrosa in Le Mans war mehr als heißersehnt, fehlte dem Repsol Team erkennbar ein guter zweiter Fahrer. Pedrosas Comeback also wichtig, gekrönt aber von mehr Schatten als Licht. Der Spanier von Startplatz acht ins Rennen gegangen flog relativ schnell zu Beginn schon ab, konnte die Fahrt aber fortsetzen und das Rennen als 16er beenden. Sein Teamkollege Marquez wurde zu Beginn ein wenig durchs Feld gereicht, konnte aber immerhin nach einem tollen Duell mit Andrea Iannone als Vierter über die Ziellinie rollen.

Jorge Lorenzo feiert seinen Sieg in Le Mans
Jorge Lorenzo feiert seinen Sieg in Le Mans (Foto: Movistar Yamaha MotoGP)

Für die Yamaha Piloten lief es, wie schon eingangs erwähnt, deutlich besser. Jorge Lorenzo mit einem seiner guten und gefürchteten guten Starts führte das Feld von der ersten bis zur letzten Runde an. Sein Sieg: Nie gefährdet. Doch Lorenzo hebt nach diesem Erfolg nicht ab. „Zwei Rennen in Folge zu gewinnen nachdem ich vorher dreimal nicht mal aufs Podest gekommen bin ist ein großer Kontrast. Das sind natürlich bessere Resultate, aber man sollte jetzt nicht abheben, da sich die Dinge bei uns im Rennsport schnell ändern können – mit möglicherweise auch wieder schlechteren Ergebnissen für mich“, sagt er. Genauso stark der zweite Platz für Valentino Rossi, der nach diesen weiteren 20 Punkten für Rang zwei das Fahrerfeld in der MotoGP mit 102 Punkten anführt. Andrea Dovizioso komplettiert als Dritter das Podest auf seiner Ducati.

Andrea Doviziose auf dem 3. Platz in Le Mans
Andrea Doviziose auf dem 3. Platz in Le Mans (Foto: Ducati)

Das ist uns noch aufgefallen:

 

Die Ducati auch in Le Mans bärenstark. Auch wenn es nicht zum Sieg eicht konnte man in Le Mans sehr gut die Power der Italiener beobachten. Auf den vielen und langen Geraden konnten Iannone und Dovizioso immer wieder ihre Stärke ausspielen. Iannone am Wochenende in Frankreich somit folgerichtig auch mit dem schnellsten Speed aller Fahrer mit 316,6 km/h.

 

Honda hatte massiv Probleme am Wochenende. Das Wetter in Le Mans am Renntag ungewöhnlich freundlich und verhältnismäßig warm (18 Grad). Das sorgte für massive Probleme am Vorderrad. Alle Honda Fahrer klagten darüber, Marquez konnte seine Maschine immerhin als vierter abstellen. Cal Crutchlow und auch Scott Redding schmissen ihre Maschinen dagegen aus genau diesen Gründen weg.

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MotoGP Runde 3 - Argentinien - Oder: Ein Doctor bekommt nicht genug

Andrea Dovizioso (Ducati), Valentino Rossi (Yamaha) und Cal Crutchlow (LCR Honda) auf em MotoGP Podium in Argentinien
Das MotoGP Podium in Argentinien (©Dorna)

Irgendwann kommt der Punkt, an dem einem die ganzen Redewendungen ausgehen. Er ist so wie ein guter Wein: Je älter desto besser. Aber will das überhaupt noch einer hören? Nein, weil es alt und abgedroschen ist. Aber das, was man am letzten Wochenende auf dem Termas de Rio Hondo zu sehen bekam, war genau das Gegenteil. Ein alter Wein, pardon, Mann, der so jung ist und wirkt, als sei er gerade erst in den Rennzirkus eingestiegen. Der Bock hat, Lust zu fahren und aber so gar keine Abnutzungserscheinungen zeigt. Weder bei sich, noch bei seinen fahrerischen Fähigkeiten, auch nicht bei den Medienvertretern und erst recht nicht bei seinen Fans. Valentino Rossi, der Doctor. Besser wie nie zuvor.

 

Doch diesen Sieg in Argentinien hätte es für Rossi eigentlich nie geben können und eigentlich auch nicht geben dürfen. Sein Schüler jedoch zeigte sich von einer Seite, wie man sie schon lange nicht mehr erlebt hat. Marc Marquez bezeichnet Rossi noch immer als sein Vorbild. Und ja, die beiden verbindet viel. Talentiert, durchsetzungsstark und mit viel Biss ausgestattet, dazu noch fast am gleichen Tag geboren. Nur ein Tag trennt die beiden im Kalender – 14 Jahre aber im Ganzen. Ja und dieser Marquez hätte, könnte, sollte dieses Rennen gewinnen. Doch irgendwas lief schief.

 

Den Start diesmal nicht in den Sand gesetzt, übernahm Marquez direkt von der ersten Runde an die Führung und baute diese Stück für Stück aus. Runde für Runde legte Marquez noch einen drauf, bis er nach zehn Runden einen recht komfortablen Vorsprung von über vier Sekunden herausgefahren hatte. Dann begann jedoch für ihn das Drama, das er möglicherweise selbst schon befürchtet hatte. Seine Bestzeit hatte der Honda Pilot direkt in der zweiten Runde auf den Asphalt gebrannt – mit harten Reifen hinten. Das diese Reifenmischung bei den immer weiter steigenden Temperaturen auf dem Asphalt Probleme machen könnten war vielen Beobachtern schon von vorneherein klar. Doch Marquez wollte nicht die extra harten Reifen wählen, weil, wie er sagte „er sich damit nicht wohl fühlte“. Konkurrent Rossi nahm die Reifen jedoch und fuhr sie im wahrsten Sinne des Wortes richtig warm.

Marc Marquez und Valentino Rossi im Duell beim MotoGP Rennen in Argentinien
Marc Marquez und Valentino Rossi im Duell (©HRC Repsol Honda)

Wer jedoch meint, die Zeiten von Marquez würden sich dramatisch verschlechtern, der irrt gewaltig. Konstant legte er Zeiten zwischen 1’39 und 1’40 hin. Bestzeit war in Runde 2 mit einer 1’39.071, in seiner letzten Runde fuhr er eine 1’39.469. Gar nicht schlecht, doch nicht gut bzw. schnell genug für Valentino Rossi. Denn seine Zeiten verbesserten sich im Gegensatz zu Marquez. Auf den ersten Blick auf die Zeitentabelle würde man meinen: Wo war Rossi denn bitte schneller? Auch er fuhr konstant Zeiten zwischen 1’39 und 1’40, doch gerade zum Ende hin holte Rossi seine besten Zeiten raus. Runde 20 markierte mit einer 1’39.019 die beste Zeit aller Fahrer des Rennens. Doch Zehntel für Zehntel reichten bei dem dann doch zu knappen Vorsprung um Marquez nicht nur ein, sondern auch zu überholen.

 

Dann kam der Fehler des Spaniers, den man ihm nach zwei Weltmeistertiteln kaum noch zugetraut hätte. Statt geduldig auf eine gute Möglichkeit zu warten wollte er direkt mit Gewalt wieder an Rossi vorbei. Doch der dachte gar nicht daran seine Ideallinie aufzugeben und so berührte Rossis Hinterrad das Vorderrad von Marquez und der Spanier flog in hohem Bogen von der Strecke. Auch der schnelle Sprint zurück zum Bike brachte nichts mehr, Marquez war raus und Rossi nicht mehr vom Sieg abzuhalten. (Hier der Crash noch einmal im Video: https://de.eurosport.yahoo.com/video/marquez-crash-weltmeister-im-pech-194623854.html)

 

Hinterher sagt es sich so leicht, da hätte Marquez lieber einen zweiten Platz eingefahren, als mit einem Nuller nach Hause zu kommen. Doch Marquez ist auf der Strecke als Heißsporn bekannt – schon manches Mal gab es wilde Aktionen von ihm in der Vergangenheit. Doch bei dieser Aktion hätte man davon ausgehen können, dass er aus seinen Fehlern gelernt hat. Hat er – wie gesehen – wohl doch nicht. Rossi war es egal, denn mit dem zweiten Sieg im dritten Rennen zementiert er 2015 seine WM Führung mit 66 Punkten vor Andrea Dovizioso (60 Punkte) und Andrea Iannone (40 Punkte) Marc Marquez folgt erst auf Rang 5 mit gerade einmal 36 Zählern.

Andrea Dovizioso bejubelt seinen zweiten Platz auf seiner Ducati beim MotoGP Rennen in Argentinien
Andrea Dovizioso (Ducati) bejubelt seinen zweiten Platz (©Ducati)

Apropos Dovizioso. Der Ducati Pilot ist nicht nur im Gesamtklassement auf Rang zwei, sondern erbte durch den Ausfall von Marquez auch in Argentinien seinen zweiten Platz. Drei Rennen, dreimal zweiter. So konstant wie ein Uhrwerk fährt Dovizioso seine Punkte ein. Mit einer solchen Taktik sind schon manche Weltmeister geworden. Mal sehen, was für ihn noch möglich ist. Die Ducati ist jedenfalls (wie auch Teamkollege Iannone beweist) voll dabei bei der Musik. Doch gerade dieser Iannone war es, der zum Schluss des Rennens denkbar knapp (mit 0,054 Sekunden Rückstand) den Platz auf dem Podest verpatzte.

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Die große Saisonprognose 2015

Das lange Warten hat ein Ende. Nach dem Winter freuen sich Fans, Teams und Fahrer auf den Sonntag. Am 29. März 2015 startet die MotoGP in ihre neue Saison. Mit dabei jede Menge bekannte Gesichter, aber auch viele neue Talente. So viele unterschiedliche Maschinen und auch Fahrer an den Start gehen, sie alle eint ein Ziel: Die Weltmeisterschaft. Jeder will Weltmeister werden, doch nur einer kann es schaffen. MotoSports24 hat deshalb einen großen Kandidatencheck gemacht und alle Fahrerinnen und Fahrer auf Herz und Nieren geprüft. Wer sind die Favoriten, wer sicherer Punktelieferant und wer wird vermutlich nur hinten im Feld landen.

 

Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut und zu allen uns zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln gegriffen: Eine Kristallkugel, Pendel, Kaffeesatz, Karten und die besten Wahrsagerinnen haben zu unserem Ergebnis geführt. Und Bitteschön, hier ist unsere große Saisonprognose. An diesem Dienstag (24. März 2015) werfen wir einen Blick auf die Moto3, Mittwoch (25. März 2015) geht es mit der Moto2 weiter und am Donnerstag (26. März 2015) mit der MotoGP.

 

Was haben wir also gemacht? Alle Fahrer sind von uns in eine Kategorie einsortiert worden. Entweder finden sie sich im Bereich der roten (Fahrer ohne Titelchance), gelben (Fahrer mit Punktepotential und vielleicht auch etwas mehr) und grünen Ampel (freie Fahrt als Podiums- und/oder Titelkandidaten) wieder. Dazu hat jeder Starter eine kurze Einschätzung von uns erhalten, wie die Saison für sie/ihn voraussichtlich laufen wird.

 

Natürlich kann die beste Kristallkugel auch mal daneben liegen. Von daher: Feuer frei. Wer sind Eure Favoriten, wen seht Ihr eher vorne und wen eher am Ende des Felds? Wir freuen uns auf Eure Meinung und Eure Einschätzungen.

Saisonprognose - Die Moto3

Rote Ampel Moto3
Rote Ampel Moto3
Gelbe Ampel Moto3
Gelbe Ampel Moto3
Gelbe Ampel Moto3
Gelbe Ampel Moto3
Grüne Ampel Moto3
Grüne Ampel Moto3
Grüne Ampel Moto3
Grüne Ampel Moto3

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Nimm Zwei

Markus Kahl (Motosports24, Mitte) trifft Jonas Folger (links) und Marcel Schrötter zum Interview in Barcelona.
Markus Kahl (Motosports24, Mitte) trifft Jonas Folger (links) und Marcel Schrötter zum Interview in Barcelona.

Sie wohnen und trainieren zusammen. Beide fahren auch noch in der gleichen Klasse: In der Moto2. Die Rede ist von Marcel Schrötter und Jonas Folger. Im Gespräch mit MotoSports24 sprechen die beiden deutschen Motorrad-Piloten über Trainingsbedingungen, Aufstiegschancen, Ziele und ein ganz besonderes Abendessen.

Das komplette Interview ist auch in Magazinform erschienen. Zusätzlich zum Interview gibt es jede Menge spektakuläre Bilder aus der Rennsportkarriere von Jonas Folger und Marcel Schrötter zu sehen. Die Ausgabe des gp-mag findet ihr hier.

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Buhlen um Aufmerksamkeit

Im Mittelpunkt des Interesses: Fechterin Britta Heidemann beim Ball des Sports. Doch was ist an den anderen 364 Tagen?
Im Mittelpunkt des Interesses: Fechterin Britta Heidemann beim Ball des Sports. Doch was ist an den anderen 364 Tagen?

Das Interesse von Medien konzentriert sich – aus wirtschaftlicher Sicht verständlich – auf das, was sich verkauft. Demnach regiert in Zeitungen und Co. der Fußball. Aber was machen sogenannte „Randsportarten“, die oftmals unter dem Aufmerksamkeitsradar hindurch schlüpfen. Nicht nur die MotoGP hat da in Deutschland zu kämpfen. Einer, der es wissen muss, ist Jörg Hahn. Als Direktor Kommunikation der Stiftung Deutsche Sporthilfe kümmert er sich um die mediale Inszenierung von Sportarten, die deutlich mehr zu kämpfen haben, ihren Platz in der Berichterstattung zu finden.

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Auf der Suche nach guten Geschichten

Ist Jubelstimmung in der Sportberichterstattung nur noch im Fußball möglich?
Ist Jubelstimmung in der Sportberichterstattung nur noch im Fußball möglich?

Viele Fans des Motorradsports und insbesondere der MotoGP denken sich: Schade, dass über meine Sportart kaum etwas in den Medien zu sehen oder zu lesen ist. Doch warum ist das eigentlich so? Der Sportchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), Anno Hecker, gibt darauf Antworten und erklärt, wie sogenannte Randsportarten ihren Platz in der Sportberichterstattung finden können.

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Wer Bücher liest, gewinnt MotoGP Rennen

Der Original AGV Rennhelm von Valentino Rossi aus dem Valencia Rennen 2014.
Der Original AGV Rennhelm von Valentino Rossi aus dem Valencia Rennen 2014.

Maurizio Vitali ist langjähriger Betreuer und Spezialist von Helmhersteller AGV. Im Gespräch mit MotoSports24 spricht der Italiener über Löcher in der Rennkombi, den Spirit von Valentino Rossi und warum man das Wort „Test“ nicht immer allzu wörtlich nehmen sollte.

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Wenn Valentino Rossi anfängt, seine Rennkombi zu knutschen

Motorradjacke von Dainese.
Motorradjacke von Dainese.

Eine Rennkombi. Einfach nur ein Stück Leder oder doch mehr? Josef Morat verantwortet den Vertrieb von Dainese im Bereich Motorrad in Deutschland, Österreich und der Schweiz. MotoSports24 sprach mit ihm über Sicherheit, Aberglaube und das Leben einer Rennkombi im Sportleralltag.

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